V8 für Bonn - Finale

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Re: V8 für Bonn - Bilder auf Seite 13

Ungelesener Beitragvon Rookie » Donnerstag 7. März 2013, 23:28

Finale:

Die letzte große Hürde für meinen Umbau stellte die Tüv-Abnahme zur H-Zulassung dar. Vom ersten Tag an war diese Form der Zulassung das erklärte Ziel und bei allen zu treffenden Entscheidungen immer das Damoklesschwert über dem Projekt.
So habe ich auch über die zweieinhalb Jahre Umbauzeit permanent das Netz nach liberalen Prüfern durchsucht und alle Gespräche zum Thema auf Tipps zur richtigen Prüfstelle geführt.

Doch für genau diese Wahl zur geeigneten Prüfstelle hatte das Leben immer noch einen Ausfallgrund mehr, als es meine Vorstellungskraft nachzustellen vermochte. Prüfer, die schon V8er auf die Straße gelassen haben, waren pensioniert, unbekannt verzogen, ihre Adresse wurde zwecks Eigenbedarf geheimgehalten, hatten Schlaganfälle oder lösten sich bei Nachfrage schlicht in Luft auf. Die zwei Prüfer, die ich auf Empfehlung angesprochen habe, wechselten mehrfach die Farbe nach Sichtung meiner Unterlagen, waren sehr freundlich, aber ließen doch deutlich erkennen, dass sie sich dieser Aufgabe nicht gewachsen sehen.

So bin ich dann in der letzten Woche mit einem Fotobuch meines Eisens und einer Kopie der wichtigsten Unterlagen zur heimatlichen Prüfstelle gedackelt und habe mein Anliegen vorgetragen – eigentlich nur, um nichts unversucht gelassen zu haben. Der erste Ansprechpartner hat dann aus meinem Einleitungssatz die Worte „Oldtimer“, „Umbau“ und „Abnahme“ rausgefiltert und den passenden Kollegen rangeholt. Wie schon mehrfach in den letzten Wochen habe ich wieder mein Verslein („ Ich habe in meinen Opel Rekord Baujahr 70 den Motor eines 65er Diplomat eingebaut und möchte den jetzt als historisches Fahrzeug abnehmen lassen„) aufgesagt. Zu meiner großen Überraschung blieb mein Gesprächspartner sehr entspannt und begann wenige Augenblicke später schon kopfnickend Halbsätze zu formulieren, die auf sein grundsätzliches Einverständnis mit meiner Idee schließen ließen.
Dabei blätterte er in meinem 20-seitigen Fotobuch ( 9,90 € eine der besten Investitionen meines Lebens ) und war sichtlich angetan von den Bildern der vollständig blanken Rohkarosse. Dann sichtete er die Unterlagen ( Opel Umrüstkatalog, Räderkatalog ) und fing an sich in meinen 15-Zöllern zu verbeißen. Kurze Zeit später war klar: für Mittwoch dieser Woche hatte ich einen Prüfungstermin und andere Räder mussten her.
Als ich nach einer halben Stunde diesen erstaunlichen Ort des für mich für unmöglich gehaltenen Gesprächs verlasse, bin ich aufgewühlt wie am Start einer großen Prüfung. Ist mein Auto überhaupt soweit ?
Am Abend bekomme ich noch eine freundliche Mail vom Prüfer mit Fragen zu Gewicht, Höchstgeschwindigkeit und (wieder) zu den Rädern, die ich natürlich noch in der Nacht beantworte.



Freitag, noch 5 Tage bis zur Prüfung
: wie jeden Freitag steht Freund und Chefschrauber Sascha morgens um 7 Uhr bereit um den Endspurt unseres Projekts anzugehen. Wir richten Wackelkontakte, machen ungezählte Proberunden übern den Hof, stellen ein, messen Flüssigkeitsstände und verabreden uns für Dienstag um mit Kurzeitkennzeichen die Maschine weiter einzufahren und den Tacho zu kalibrieren. Eigentlich sind wir ja fertig.
Das Thema Räder lässt mir keine Ruhe und so werfe ich drei unterschiedliche Felgen auf die Ladefäche des Pickup´s und mache mich mit den zugehörigen Gutachten nochmal auf zum Tüv. Als ich dort am Freitagnachmittag aufschlage herrscht ein Betrieb wie auf dem Hauptbahnhof und ich habe größte Sorge mich mit meiner spontan einberufenen Fragestunde unbeliebt zu machen. Das Gegenteil ist der Fall, beim Anblick des 75er Chevy fällt alle Hast vom Prüfer ab und wir erörtern 15 Minuten die verschiedenen Möglichkeiten um uns dann auf 7 * 14 Mahle BBS mit 195/65 zu einigen. Danach gibt es noch eine halbe Stunde persönliches aus dem automobilen Leben von Herrn D. Ich hab ein gutes Gefühl.

Dienstag, der Vortag zur Prüfung: wieder entern Sascha und ich um 7 Uhr die Garage, befestigen die Kurzzeitkennzeichen und montieren die vereinbarten Räder. Dann geht es zunächst zur Tankstelle und mit etwa 50 von 70 möglichen Litern im Speicher weiter zur vereinbarten Achseinstellung. Der zuständige Mitarbeiter von Reifen-dot-com zeigt sich trotz mitgebrachter Datenblätter von der Technik der 60er irritiert und überlässt uns das Feld, und während Sascha im Radhaus verschwindet um die Einstellgabeln zu verbauen, bestaune ich den kleinen See aus Treibstoff der sich unter dem Heck der Kiste bildet. ( Hier hatte nun das böse „S-Wort“ absolut seine Berechtigung). Fortan herrscht Arbeitsteilung: Sascha stellt die Achse ein und ich wische Werkstatt und Auto.
Da die Kameras nach jeder Änderung komplett neu eingerichtet werden wollen dauert das Spiel 90 Minuten und mir graut es nicht nur vor der Fehlerdiagnose am Tank, sondern auch vor der Rechnung zur Achseinstellung. Zu Unrecht ! Die Mitarbeiter erkennen ohne jede Debatte an, dass wir selbst eingestellt haben und berechnen für 3 komplette Messungen mit Ausdruck und betreutem Schrauben exakt 28,50 €. Danke ! So sind wir dann um 12 Uhr mit unserer Spritschleuder wieder im Hafen und bauen den Tank aus, was natürlich mit einer ausführlichen Spritdusche unterm Auto gipfelt. Auch weiß ich seit Dienstag, dass Brantho 3in1 nicht Kraftstoff fest ist. Details erspare ich Euch – meine Klamotten stinken auch nach der 2. Wäsche noch. Ich habe die Schnauze voll von der Dreckskiste.
Zu diesem Zeitpunkt hätte ich den Termin eigentlich absagen wollen, denn ein zweites Problem taucht auf: der elektronische VDO-Tacho von dem wir immer dachten, er müsse nur ordentlich eingestellt werden zum perfekt zu arbeiten, macht keinen Mucks. Gar keinen. Nicht den kleinsten. In keiner Einstellung.

Sascha bleibt unbeirrt.
Wir entfernen also den Kofferraumausbau nebst Endstufe, um die triefende Bodenplatte zu entnehmen. Es finden sich 7 stecknadelkopfgroße Löchlein, davon 5 rund um den Tankgeber. Ein Bettelanruf beim heiligen Bernd, dem Gott aller metallischen Verbindung, ermöglicht eine Audienz und gegen 13.30 Uhr erörtern wir die Möglichkeit den spritfeuchten Tank hartzulöten. Mit Rücksicht auf weitere Projekte und die Gefahr des Verlustes der Götter meiner Religion vor Augen entscheidet sich das spritstinkende Dreigestirn für eine Reparatur mit Epoxy von Loctite. Um 15 Uhr ist der Rekord wieder fahrbereit. Ohne Tacho. Doch ich wittere wieder die Chance auf einen Sieg über alle Widrigkeiten. Ab ins Büro und nach 30 Minuten Recherche am Rechner haben wir den passenden Geber ermittelt. Weitere 15 Minuten darauf haben wir eine VDO-Filiale in Reichweite gefunden, die diesen Geber für 102,- € abgeben würde. In wenigen Minuten beginnt aber meine Schicht !
Schrauberkollege Sascha ist zu diesem Zeitpunkt bereits seit 18 Stunden auf den Beinen und verdient sich nun endgültig seinen Heiligenschein, indem er sich in den Kombi schwingt und in Richtung Kölner Berufsverkehr aufmacht. Ich versuche den Gestank abzuduschen und sitze fast pünktlich an meinem Arbeitsplatz. Während nun Sascha zwei Stunden Fahrerei hat, kann ich mein Herzblatt dazu bringen mich von 18 Uhr an zu vertreten, und um 20 Uhr haben wir jetzt tatsächlich ein Auto mit Tacho. Wir fahren eine Stunde, kalibrieren dabei den Tacho. Alles geht. Fährt sich schön. Ich bin glücklich.

Am nächsten Tag besteht mein Rekord ohne jeden Mangel die Abnahme.
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon franky » Freitag 8. März 2013, 06:52

na dann mal herzlichen Glückwunsch und immer eine freudige und sichere Fahrt! :beerchug
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon Durchgewurstelt » Freitag 8. März 2013, 07:49

Glückwunsch :victory
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon LOTTOKINGKADE » Freitag 8. März 2013, 08:15

von mir auch!!!
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon orangenzuechter » Freitag 8. März 2013, 14:25

jupiiiiiiiiiii freut mich sehr ,als ich mit meinem zum tüv in hessen gefahren bin ,hatte ich befürchter die lassen mich abführen ....
original aussage vom tüv-prüf-gott "änderungen an oldtimern mag der tüv nicht ,fahren sie wonders hin " 1a :oops: :evil:
der hätte mir am liebsten die 07er abgenommen---
in hessen gibt es ne prüfstelle die die entragungen nochmal überprüft...in limburg...krass....
danke mike rothe........
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon sten81 » Freitag 8. März 2013, 14:50

Gratuliere! Nach dem ewigen Stress ist jetzt erstma Genießen angesagt. 8-)
Mach doch bei Gelegenheit mal ein Bild mit den 14er'n...
Grüße, Sten.
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon Elo » Freitag 8. März 2013, 15:16

Herzlichen Glückwunsch.

Und viel Spaß mit der Gerät...
sieht aus wie neu...fährt wie neu...riecht wie neu...WIE LANGWEILIG!!
Elos kleine Fahrzeugschau
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon Greaser » Freitag 8. März 2013, 15:43

Glückwunsch!
Warst Du bei denen am Konrad-Adenauer-Damm?

Viel Spaß

Michael
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon Rookie » Freitag 8. März 2013, 19:59

Greaser hat geschrieben:Glückwunsch!
Warst Du bei denen am Konrad-Adenauer-Damm?

Viel Spaß

Michael


Genau die.
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Re: V8 für Bonn - Finale

Ungelesener Beitragvon Greaser » Sonntag 10. März 2013, 08:37

Gut zu wissen, danke!
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